So unterſcheidet ſich das Aeußere eines Rentiers vom Marais und das eines der ci-devant jungen Leute der Straße von Antin; ſo der Gang einer Dame der Vorſtadt St. Germain und der einer Bürgerin der Cité; ja die Griſette der Straße St. Jaques iſt eine ganz andere, als die Lorette des Platzes Breda. Doch bleiben die Bewohner eines Viertels nicht ausſchließend auf ihrem Terrain, und man begegnet ihnen manchmal auch auf dem benach⸗ barten Boden. Ein gutes und geübtes Auge täuſcht ſich aber hierin nicht; es erkennt auf der Stelle die Fremden und verwechſelt ſie durchaus nicht mit den Einheimiſchen. Kunſt und Effektation bleiben ſtets hinter dem Naturell zurück und es wäre einem Be⸗ amten der Straße St. Antoine eben ſo ſchwer, einen Bank⸗Commis der Straße Laffite nachzuahmen, als ein Mädchen des Platzes Maubert die Haltung einer jungen Dame der Vorſtadt St. Honoré haben kann.
Das Boulevard des Italiens iſt kein gewöhnlicher Spaziergang; er verdient die Aufmerkſamkeit des Beobachters und dürfte ſelbſt in der Pariſer Ge⸗ ſchichte ſein Kapitel finden, denn er hat ſtets nach dem Laufe der politiſchen Begebenheiten auch ſeinen Namen geändert.
Zur Zeit der Revolution von 89 hieß dieſer Theil des Boulevards Coblenz, und hatte ſelbſt dieſen Namen ſich unter dem Kaiſerreich erhalten. Im Jahr 1815, zur Zeit der zweiten Reſtauration, wurde der Name in den von Gent umgetauſcht. Die erſte Benennung erinnerte an den Ort der Zuſammen⸗


