Teil eines Werkes 
1. Th. (1839)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

22

Du laͤchelteſt durch Thraͤnen, als Du mir Deine Erlaubniß und Deinen Gluͤckwunſch gabſt, und ich zerfloß in Thraͤnen, vor Kummer, daß ich Dich allein zuruͤcklaſſen ſollte, und vor un⸗ ruhiger Erwartung wegen meines laͤngſterſehn⸗ ten Eintritts in die Welt.

Du weißt, daß ich nie fruͤher uͤber das Schloß und deſſen Umkreis hinausgekommen war. Der bloße Gedanke an Reiſen hatte ſo viel Hinreißendes fuͤr mich, daß mir der Athem verging, ſo oft ich daran dachte. Als der Vorbote) abging, zitterte ich vor unerklaͤrli⸗ cher Freude daruͤber, daß ich, ich ſelbſt mit den Pferden fahren ſollte, die ſo weit voraus beſtellt wurden. Schon wenn unſere Verwand⸗ ten, die uns zu Zeiten beſuchten, wieder abge⸗ reiſt waren, hatte dieſe Vorbotenſitte ſtets ei⸗ nen ganz ſonderbaren Eindruck auf mich ge⸗ macht. Das Ziel jeder laͤngeren Reiſe ſchien mir ſtets ein Dorado zu ſein, welches ich mir

*) Vorboten werden von vornehmen Reiſenden in Schwe⸗

den vorausgeſchickt, um Ralnit für den ganzen Weg zu beſtellen.