kaͤmmt und mit den Fingern aufgerollt, das ſelbſtgewebte weiß und rothe Kleid angezogen, ein kleines ſchwarzſeidnes Schuͤrzchen vorgebun⸗ den und zu Ehren der Tante ein Shaͤwlchen, das etwas beſſer, als das alltaͤgliche war, uͤber die Schultern geworfen. Als ich nun aber die Treppe mit einem Sprunge hinunter eilte, wurde mir ein:„Bſt! Bſt!— Still!— Die Graͤfin ſchlaͤft noch und Ihre Gnaden laſſen das Fraͤu⸗ lein bitten, auf den Zehen zu gehen“— ent⸗ gegengerufen. Ich ſchlich auf den Zehen. Und Du, meine liebe Großmutter, ſaßeſt ſtill und trankſt Deinen Kaffee leiſe wie eine Fliege, wel⸗ che Honig naſcht. Du bateſt mich, eben ſo zu thun. Auf den aͤußerſten Fußſpitzen nahm ich meine kleine Milchſchaale und wollte meine Fer⸗ tigkeit zeigen, leiſe wie ein Geiſt an das offne Fenſter zu gehen, wo ich mein Fruͤhſtuͤck einzu⸗ nehmen pflegte. Da wollte ein ſchadenfroher Daͤmon, daß ich die Schaale— die, blaue, aͤchte chineſiſche Schaale, die noch aus Deiner eignen Jugend herſtammte— fallen ließ; ſie zerbrach und verzweifelnd mußte ich die herrliche, fette Milch uͤber den weißen, glaͤnzenden Fußboden
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