Klopſtocks Oden. 229
Amh des Schimmers beraubt, liegeſt ver⸗ roſtet nun da! Welche Tage gabeſt du mir! wie begannen ſie, wenn ſich In der Fruͤhe Glanz faͤrbte noch bleiben⸗ der Reif; Welche Naͤchte, wenn nun der Mond mit der Heitre des Himmels, Um der Schoͤnheit Preis, ſiegend ſtritt, und beſiegt. Dann war leichter der Schwung, und die Stel⸗ lung unkuͤnſtlicher, froher Dann der rufenden Laut, blinkete heller der Wein, Und wie war der Schlaf, der endlich ermuͤde⸗ ten eiſern, Wie unerwecklich! Wer ſchlief jemals am Baume wie wir? Aber es kam mit gebotnem Gepolter der Knecht; und wir ſahen Wieder den farbigen Reif, wieder den Schimmer der Nacht. Der du ſo oft mit der labenden Glut der gefuͤhl⸗ ten Geſundheit Mich durchſtroͤmeteſt, Quell laͤngeres Le⸗ bens mir warſt, Wenn ich voruͤberglitt an hellbebluͤheten Ulmen; (Schnee war die Blume;) der Bahn war⸗ nende Stimme vernahm,


