Teil eines Werkes 
6Oden : Bd. 2 (1818)
Entstehung
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8 Klopſtocks Oden.

Floͤten mußt du, bald mit immer ſtaͤrkerem Laute, Bald mit leiſerem, bis ſich verlieren die Toͤne; Schmettern dann, daß es die Wipfel des Wal⸗ des durchrauſcht! 4 Floͤten, floͤten, bis ſich bey den Roſenknoſpen Verlieren die Toͤne.

Ach ich ſing' es nicht nach, wie kann ich! Zuͤrne nicht, Mutter, ich ſing' es nicht nach. Aber ſang ſie nichts mehr. Die Koͤnigin der Nachtigallen? Nichts von dem, was die Wange bleich macht, Gluͤhen die Wang', und rinnen, und ſtroͤmen die Thraͤne macht?

Noch mehr! noch mehr! Ach daß du dieſes mich fragteſt, Wie freut mich das, Aedi! Sie ſang, ſie ſang auch Herzensgeſang!

Nun will ich das juͤngſte Baͤumchen dir ſuchen, Den Sproß dir biegen helfen, Daß du dich naͤher ſehen koͤnneſt im Silberbach. Auch dieſes ließ erſchallen Die Liederkoͤnigin, Orphea:

Der Juͤngling ſtand, und flocht den Kranz, Und ließ ihn weinend ſinken!