Funfzehnter Geſang. 467
XV. G. V. 1484— 1497. Durch die Maͤnner geſchaͤhe, da wagte ſie weiter zu gehen, Semida ſaͤumte nicht lang', er lief mit zitternder Eile Cidli entgegen; doch nah, verſtummten ſie beide vor Freude, Und vor Wehmuth. Die Pilgerin bat, nicht lange zu weilen! Denn ſonſt wuͤrden am Berge ſie noch die Strah⸗ len des Mittags Treffen. S. So nehm' ich von dir ſchon wieder Abſchied! Auf immer, Meine Cidli? Sie weint', und folgte der fuͤhren⸗ den Fremden. Semida blieb bei dem blutenden mit dem Gefaͤhr⸗ ten, und ſtaͤrkt' ihn. Als ſie ſich unterredeten, wo ſie ihn baͤrgen, er⸗ reichten Sie zween Maͤnner. Die waren des armen Leiden⸗ den Bruͤder. Und nun ſchieden ſie mit Dank, und mit Ruh von einander. Wenn du, ſagte der Fremdling, mich uͤber Tabor begleiteſt; Gehet dort ein kuͤrzerer Weg, als jene ſich waͤhlten, Und wir kommen zu ihnen, ſo bald ſie den Gipfel erreichen. Gg 2


