Funfzehnter Geſang. 459
XV. G. V. 1372— 1385. Aus der graͤnzloſen Tiefe der ſchauererfuͤllenden Schoͤpfung, Wenn der kommenden Nacht die Abenddaͤmmerung weichet: Alſo verſammelten ſich die Erſcheinenden Gottes auf Tabor; Wenige ſpaͤtere nur empfing noch der heilige Berg nicht. Cidli, die Tochter Jairus, ſaß vor der Laube des Soͤllers, In dem Schimmer der Morgenroͤthe. Sie ſah den Geliebten, Seit er zu ſeinem Grabe von ihr in der Traurig⸗ keit eilte, Ihren Semida nicht. O Liebe voll Unſchuld! ich darf dich, Meine Liebe ſo nennen, wenn wirſt du mich end⸗ lich verlaſſen? Wenn wegrufen den Schmerz, der alles in truͤbe Bilder, Alles in Thraͤnen um mich verwandelt? Gehoͤr' ich der Erde Viel zu wenig, ihr ſterbliche Soͤhne zu geben; er⸗ ſtand ich, Gott mich auf dieſe Weiſe zu widmen; was weileſt du, Liebe, Zwar mir bitterer Schmerz, doch Liebe voll Un⸗ ſchuld, was weilſt du


