Sechster Geſang. 17
VI. G. V. 190— 203. Mußt du ſterben; ſo laß, den meine Seele geliebt hat, Den ich liebe, mit viel mehr Liebe, wie Liebe der Bruͤder, Laß mit dir mich ſterben, du Heiligſter! Nur daß mein Auge Nicht dein brechendes Auge, nicht deine Todesangſt . ſeh! Ich des verſtummenden Segen, den letzten, letzten, nicht hoͤre! Wuͤrger, wo bin ich? Iſt hier kein Retter? kein Retter auf Erden? Keiner im Himmel? und ſchlummert ihr auch, die uͤber ihm ſangen, Als ſie dem Tode, das dachteſt du nicht, du lieben⸗ de Mutter! Dieſem entſetzlichen Tod' ihn gebar! Du allein biſt Retter, Du biſt Helfer allein, o der Todten und Lebenden Helfer! Vater der Menſchen, erbarme dich meiner, und laß ihn nicht ſterben, Laß ihn nicht ſterben, den beſten der Kinder Adams! Den Prieſtern, Gieb den grauſamen Wuͤrgern ein Herz, das Menſch⸗ 4* lichkeit fuͤhle! Ach, ich ſeh' ihn nicht mehr! die hohen Flammen verſchwinden! Klopſt. Meſſias. II. B, B lte Aufl.


