Fuͤnfter Geſang. 319
V. G. V. 622— 635.
Hoch ſtand er auf dem flammenden Wagen, die Mitternacht ſtand
Unten, unten der Tod. Ihn hatte gewaffnet mit Allmacht
Gott! mit Verderben geruͤſtet den Allbarmherzigen! Weh mir,
Wehe! den Schwung der ſtrafenden Rechte, des donnernden Wurf rief,
Bebte die bange Natur in allen Tiefen der Schoͤ⸗ pfung
Schauernd nach! Ich ſah ihn nicht mehr, mein Auge verlor ſich
Tief in die Nacht. So ſchlummert' ich hin, durch Sturm und durch Donner
Hin, und das Weinen der bangen Natur, im Ge⸗ fuͤhl der Verzweiflung,
Und unſterblich! Noch ſeh' ich ihn, noch! Ihm gleichet das Antlitz
Dieſes Mannes im Staube gebuͤckt, der mehr als ein Menſch iſt.
Iſt er, ach iſt er des Ewigen Sohn; der gegebne
Meſſias?
Jener Richter? Aber er leidet! er ringt mit dem Tode!
Er, der ſtand auf dem Flammenwagen, ringt mit dem Tode!
Ohne Maß iſt die Angſt, die ſeine goͤttliche Seele


