Erſter Geſang. 7
I. G. V. 57— 71. Zwoer umdufteter Cedern, und dachte dem Heile der Menſchen Und dem Triumphe der Ewigkeit nach, als jetzt der Erloͤſer
Seinem Vater entgegen vor ihm in Stillem vorbei⸗
ging. Gabriel wußte, daß nun die Zeit der Erloͤſung her⸗ ankam. Dieſe Betrachtung entzuͤckt' ihn, er ſprach mit lei⸗ ſerer Stimme: * Willſt du die Nacht, o Goͤttlicher, hier in Gebete durchwachen? Oder verlangt dein ermuͤdeter Leib nach ſeiner Er⸗ 3 quickung? Soll ich zu deinem unſterblichen Haupt ein Lager bereiten? Siehe, ſchon ſtreckt der Sproͤßling der Ceder den gruͤnenden Arm aus, Und die weiche Staude des Balſams. Am Grabe
der Seher Waͤchſt dort unten ruhiges Moos in der kuͤhlenden Erde. Soll ich davon, o Goͤttlicher, dir ein Lager be⸗ reiten?
Ach, wie biſt du, Erloͤſer, ermuͤdet! Wie viel 3 ertraͤgſt du Hier auf der Erd', aus inniger Liebe zu Adams Geſchlechte! Gabriel ſagts. Der Mittler belohnt ihn mit ſegnenden Blicken,


