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ohne Verzug zu Hülfe zu kommen. Es war irgend ein großer Plan im Werk, eentweder die Ruſſen anzugreifen ehe ſie ſich in ihre Winterquartiere zurückzogen oder ſie zu verhindern, ſelbſt einen Einfall in ihre heimathlichen Berge zu machen. Der Hadji war voll Feuer und Be⸗ gierde ihnen entgegenzugehen in der Hoffnung, bald Ge⸗ legenheit zu einem Kampfe zu finden, in welchem ſich ſein Liebling, ſein Sohn, unter ſeiner Leitung ſiegreiche Lorbeeren erwerben könnte; denn er betrachtete die Erſtürmung des Forts als eine That von zu geringer Bedeutung, um daran ſeinen Muth erproben zu können. Arslan Gherrei hatte auch beſchloſſen, dieſen Zweck zu verfolgen, nach⸗ dem er Ina, die nun wieder im Stande war, die Reiſe zu unternehmen, bei der Familie eines edeln Verwandten, der Oberhaupt von Demorghoi war, nämlich des ehr⸗ würdigen Prinzen Aitek Tcherei untergebracht haben würde.
Ihr Wirth Shamiz Bey mit einer großen Zahl der kriegeriſchen Einwohner der Nachbarſchaft erhielt den Auftrag zurückzubleiben, um den Theil des Landes, der von der Garniſon Ghelendjik bedroht war, zu be⸗ wachen, da es als eine Ehrenſache betrachtet wurde, einen Diſtrict ſelbſt und ohne eine. überlegene Macht gegen den Feind zu vertheidigen..
Deſſenungeachtet war eine große Reiterſchaar zu⸗ ſammengekommen; viele Häuptlinge waren gekommen, um den berühmten Hadji bei ſeiner Rückkunft von ſei⸗ ner Pilgerfahrt zu begrüßen, oder um Arslan Gherrei über das Wiederſinden ſeines ſo lange Zeit verlorenen Sohnes Glück zu wünſchen, und Selem in ſeinem Vater⸗ lande willkommen zu heißen.
Ihre Reiſe war gleich einem Triumphzuge. Von allen Weilern, durch die ſie kamen, giengen ihnen die Einwohner entgegen um den Kriegern zu ihrem Siege Glück zu wünſchen; der Ruf ihrer That war ihnen be⸗ reits vorausgegangen. Die Dorſbewohner machten ihre bewundernden Bemerkungen ſowohl über den würdigen
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