Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchen (1846)
Entstehung
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delen eine ſehr lange Prozeſſion, und ſtiegen dann eine Stege von mehreren Stufen zum Eingang in die Kata⸗ komben hinab; bis hinab wa ren auf beiden Seiten eine ununterbrochene Linie frommer Knieender vom elendeſten Ausſehen. Die Prozeſſion hielt, als die Vorderſten ein Prieſter an der Spitze den Eingang des Gewölbes erreichte, in welchem die Katakomben waren; ſie traten dann langſam und ehrerbietig in die unterirdiſchen Ge⸗ wölbe, welche vom Dampf der Tauſende und aber Tau⸗ ſende von Kerzen der Gläubigen, die in früheren Jahren hier verbrannt worden waren, ganz ſchwarz waren.

Auf jeder Seite waren in der Mauer Niſchen an⸗ gebracht, in denen offene Särge mit den Leibern derje⸗ nigen ſtanden, welche im Geruch der Heiligkeit ſtarben, und für ihre frommen Handlungen und Gedanken zu Heiligen gemacht wurden. Hier bleiben ſie unbegraben, in leinene und ſeidene Tücher gehüllt, die mit der ſchön⸗ ſten Gold⸗ und Silberſtickerei verziert ſind, damit ſpätere Sterbliche, welche hieher kommen, um ihr Gebet zu ver⸗ richten, wenn ſie dieſe Ehrenbezeugungen nach dem Tode ſehen, ſich Mühe geben, jene in der Reinheit ihres Le⸗ bens nachzuahmen; von ihren, gen Himmel gefahrenen Geiſtern glaubt man, daß ſie eeiinen Einfluß auf den Vater und Sohn ausüben. Ihre Namen ſind ihnen auf die Bruſt geſchrieben, bei einigen ſelbſt auch noch die Geſchichte ihrer tugendhaften Handlungen; ihre ſteifen Hände ſind von ihnen wie zum Gebet gefaltet, und wer⸗ den von den Pilgern geküßt, von denen wahrſcheinlich nur Wenige ſelbſt nur den Namen derer, die ſie ver⸗ ehren, entziffern können.

Weiterhin erreichten ſie einen Gang, in welchem ſich eine Reihe ſchmaler Fenſter befand, wo ſich Männer

eigenhändig längs der Mauer mit Steinen eingemauert,

und nur kleine Oeffnungen gelaſſen hatten, um ihre Nahrung zu empfangen; ſie ſtarben mit dem unſinnigen Gedanken, ſie haben ihrem Schöpfer dadurch einen guten Dienſt erwieſen. Vor jedem Fenſter der ehemaligen

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