Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchen (1846)
Entstehung
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kam, und in ihrer Hand einen kleinen Korb trug. Ihre langen Locken hiengen in Unordnung über ihre runzlichte, faltige Stirne herab, und gaben ihr Aehnlichkeit mit einer jener ſchlimmen Schweſtern, die um Mitternacht mehr Unheil anrichten, als ein Diener Gottes Gutes, wenn er ſich auch noch ſo ſehr Mühe giebt, ein menſchliches Weſen zu erleichtern.

Der junge Pole wäre zu entſchuldigen geweſen, wenn ſich ein abergläubiſches Mißtrauen ſeines Verſtandes be⸗ mächtigt, und er Anſtand genommen hätte, ſeinen verwun⸗ deten Freund der Sorge eines ſo ſeltſamen Arztes zu überlaſſen; er verbannte aber ſchnell jeden Zweifel, und gieng in das Zelt hinein. Die alte Hagar kniete bei Ivan's Lager nieder, nahm die Binde ab, welche Azila als Verband angewendet hatte, wuſch die Wunde mit einem Decoct von Kräutern, welches ſie in ihrem Korbe hatte, und verband ſie mit Leinwand. Während der Operation hatte ſie ohne Rückſicht auf den Patienten oder ſeinen Freund, welcher horchte, folgende Worte vor ſich hingemurmelt:

Ach, ach, zu deutlich ſehe ich, was dieß werden wird, und ſo war es immer! Geringe Wunden gehen oft tiefer als ſterbliche Augen ſehen können und junge Herzen fürchten die Waffen nicht, die ſte zerſtören, ſon⸗ dern entblößen ihren Buſen noch vor ihren Streichen. Ach, mein Kind, mein Liebling! das mir näher am Her⸗ zen liegt, als mein eigenes Kind, wenn nur Dein groß⸗ müthiges edles Herz nicht Urſache findet, die Wunde zu verwünſchen, welche dieſer junge Fremde heute in Deiner Sache erhalten hat! Könnte ich doch ebenſo Dein Schickſal leſen, wie ich Dich vor dem Boͤſen hewahren kann. Wenn ich den Stern Deiner Beſtimmung betrachte, werden meine Augen trübe, meine Gedanken verwirrt, und es verſchwindet alles vor meinem Blick. Dieſer Fremde wird einen ſehr verſchiedenen Weg von dem ge⸗ hen, welchem Du folgſt, mein Kind; in dieſer Welt wird Dir keine Gerechtigkeit widerfahren. Er wird ſeine Lauf⸗