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ewige Heil der Gnade in frommer Andacht zu theilen? Nein, freche Böſewichter, verwor⸗ fene Sünder, Gottesläſterer erkenne ich nur in Euch. Ihr kommt, das Heiligthum des Herrn zu zerſtören, ſeine Prieſter zu ermor⸗ den, dreifaches Wehe über Euch!“
In dumpfem Stillſchweigen und von Todesſchrecken tief erſchüttert, lag die Schaar der Knechte gebeugt am Boden, und mit triumphirendem Blick verweilte der Abt auf ihnen, dann fuhr er fort:
„Wohlan! ich der Geſalbte des Herrn, der den Blitzſtrahl des ewigen Rächers in Händen führt, und ſchnell auf Euch Verwor⸗ fene herabſchleudern könnte, ich will mich herab⸗ laſſen, mit Euch zu rechten. Ich wende mich zu Dir, Konrad, Du grauer Thor, der als Gottesläſterer eben ſo frech als kühn, die Pilgerbahn ſeines Lebens ſchließt, als Tem⸗ pelſtürmer ſein rühmliches Alter ſchändet und durch dieſen verbrecheriſchen Schritt ſein ewiges Heil verſcherzet. Ihr, Konrad, führtet dieſe Knechte zu ſolchen Verbrechen und Gräueln


