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Ueberraſcht von dieſem Anblick, trat der Fremd⸗ ling näher zu dem Lager, indem er den holden Schläf er genauer betrachtete und mit innigem Wohl⸗ gefallen auf den Zügen deſſelben verweilte. JBe aufmerkſamer er den Knaben betrachtete, um ſo mehr glaubte er auch eine auffallende Ähnlichkeit in dem Geſichte dieſes liebenswürdigen Knaben mit gewiſſen, ihm ſelbſt ſehr theuern Zügen zu bemer⸗ ken. Obgleich der Fremdling ſich überredete, zu glauben, daß dieſe ſcheinbare Ähnlichkeit nur auf einer Täuſchung der Sinne beruhe, die von der Lebhaftigkeit erzeugt werde, womit gewiſſe Erinne⸗ rungen allenthalben ihm vorſchwebten, ſo war gleich⸗ wohl dieſe Täuſchung zu angenehm für ihn, als daß er ſich ſo leicht von derſelben trennen ſollte. Er nahm auf einem Seſſel neben dem Lager des ſchlummernden Knaben Platz und verſank in tiefes Nachdenken, in welchem ihn endlich ein fanfter Schlummer beſchlich und ſich ſeiner Sinne bemäch tigte, um ſeiner Phantaſie Gelegenheit zu geben
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