28
mehr als meine Mutter, meine doch ſo guͤtige, ſo zaͤrtliche Mutter; mich die ich mich noch gluͤcklich gefuͤhlt haben wuͤrde, wenn Du es haͤtteſt uͤber Dich gewinnen koͤnnen, bei mir allein zu bleiben! Ach wie ſehr hat mich der Himmel dafuͤr beſtraft! Ja ich war hierinnen ſtrafwuͤrdig, ich weiß es, aber konnte ich von Deiner Hand dieſe Zuͤchtigung erwarten? O Gott! kein einziges Zeichen des Andenkens, der Theil⸗ nahme im Augenblicke einer ewigen Trennung!“
Ach, Sie vergaß uͤber ihren Schmerz die Worte der innigſten Liebe, die noch den Abend zuvor, in ihrem eignen Zimmer, den Lippen ihrer Henriette entſtroͤmt wa⸗ ren, ſie vergaß die heißen Kuͤſſe, die ſie ſich im Uebermaße ihrer Zaͤrtlichkeit einan⸗ der gegenſeitig gegeben und genommen hatten!


