Teil eines Werkes 
3. Theil (1830)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

371

dem Leben verbannt.— Es iſt eine ſchreckliche Aufgabe andern Muth einzufloͤ⸗ ßen, wenn man in ſich ſelbſt keinen mehr findet. Von dem Schickſale Klementi⸗ nens, die ihre mutterliche Freundinn an⸗ betete, tief geruͤhrt, und von ihrer Pflicht durchdrungen, ihr mit dem Beiſpiele der Ergebung vorleuchten zu muͤſſen, bekaͤmpfte Henriette ihren eignen Gram mit einem ſcheinbaren aͤußerlichen Erfolge, der aber gegen ihr Inneres wuͤthete; denn, indem ſie alle Kraft ihrer Seele in den Buſen ihrer Gefaͤhrtin ergoß, verarmte ſie durch dieſe Verſchwendung ihres Muths endlich ſelbſt daran. Natuͤrlich mußte ihre Ge⸗ ſundheit durch dieſen fortdauernden Kampf

untergraben werden, und nur ſo ließ ſich die ſchnelle Zerſtoͤrung einer in ihren

Grundlagen ſo gluͤcklichen Konſtitution er⸗

klaͤren, die allen Schlagen des Ungluͤcks 24*

— 2