Teil eines Werkes 
7.-11. Bdchen (1853)
Entstehung
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Lehne meines Stuhles und gab mir mit der andern Hand, die frei blieb, auf die Skizzen deutend, eine kurze, aber charakteriſtiſche Erläuterung jeder Einzelnen. Er ließ ſie mich bewundern, machte jedoch ſeinerſeits keine weitere Bemerkung. Endlich war das unterhaltende Beſchauen der Bilder vorüber; Cornelius ſtand auf und ſetzte das Portefeuille weg; ich hoffte, er wünſchte mir im Stillen Glück, daß er das Bild ganz vergeſſen, als er zu mei⸗ nem nicht geringen Kummer ſehr ruhig ſagte:

Daiſy, Du haſt mir noch gar nicht mitgetheilt, was Du von meiner Marie Stuart hältſt.

Nicht?

Nein. So lange Kate hier war, betrachteteſt Du das Bild öffneteſt jedoch die Lippen nicht; als ich zurück⸗ kam, fand ich Dich mit dem Rücken ihm zugekehrt da⸗ ſitzen und ganz mit dieſen Skizzen unbedeutender Klei⸗ nigkeiten beſchäftigt, die ich mir zur Erholung von ſchwie⸗ rigeren Arbeiten machte; bitte, denke jetzt nicht mehr an ſie, betrachte meine Maria und ſage mir, natürlich ohne Schmeichelei, deine offne Meinung darüber.

Das war eine peinliche Lage! Ich ſtotterte:

Ein Bild von Dir kann nur gut ſein, Cornelius.

Ich danke, Daiſy, aber das iſt nur die Beſtäti⸗ gung eines Faktums; Deine Meinung über mein Bild, weiß ich doch noch nicht. 9

Ich wage keine Meinung auszuſprechen.

Sehr beſcheiden; aber Du weißt doch, ob Dir et⸗ was gefällt, oder nicht; ergo, gefällt Dir Maria Stuart oder nicht?

O wenn mir jetzt ein guter Geiſt eine Antwort ein⸗ flößte, die ihm gefiele und die Wahrheit nicht beein⸗ trächtigte, dacht' ich. Alles, was ich herausfinden konnte, war ein thörichtes,natürlich nicht, was die Schwierig⸗ keit nicht löſte, ſondern die Löſung nur verſchob.

Gefällt Dir das Bild, oder nicht? wiederholte er.

Ich antwortete nicht.