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Verflossene Stunden : Novelle / S. Junghans
Entstehung
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Nach einem weiten Rundritt kamen wir wieder auf das Haus zu, ohne von einander nur ein Wort geſagt zu haben. Wir hatten den beſten Theil des Tages auf unſern Ritt verwendet; als wir vom Mit⸗ tagstiſch aufſtanden, dämmerte es bereits; ein Tag, einer von den drei Tagen, die mir das Schickſal als Geſchenk gönnte, war nun ſchon bald entglitten und hatte nicht gehalten, was er verſprochen. Schade, ſchade darum, dachte ich; aber ich mochte mir nicht einge ſtehen, wie es zum großen Theil meine Schuld geweſen, daß zwiſchen dem Freiherrn und mir heute kein freund⸗ ſchaftliches Wort gefallen war. Jetzt nahm ihn der alte Herr in Beſchlag, ich ſchlüpfte hinaus und auf mein Zimmer; da ſaß ich auf einem niedrigen Schemel neben dem alterthümlichen, geradlehnigen Stuhle, der in der Fenſterniſche ſtand, lehnte den etwas müden Kopf an das geſchnörkelte Holz deſſelben und ſchaute durch die Scheiben nach dem ſchönen, hellen Himmel, an wel⸗ chem der Vollmond mit der Dunkelheit auf der Erde an Macht gewann. Da hörte ich draußen die Stimmen

der Großmutter und des Freiherrn, ohne mir viel da⸗ bei zu denken; als es bald darauf an meine Thür

klopfte, glaubte ich, die alte Dame würde gutmüthig ſcheltend eintreten und mich hinunterholen, wie ſie häufig that. So ſagte ich denn, da ſich die Thür