ſuchen. Sie ſah außerordentlich liebenswürdig aus,
ihre Augen waren voll von dem Lichte der Hoffnung und des Glücks, ihr Geſicht glühte von lieblichen Ge⸗ müthsbewegungen und ihre ganze Geſtalt erbebte von Gefühlen, die ihre Grazie noch erhöhten. Sie lehnte ſich auf den Arm meiner Mutter, als wir in das Zimmer traten, wo der alte Graf uns empfing, und ich konnte bemerken, daß er von ihrer außerordentlichen Schönheit überraſcht und betroffen war. Es war un⸗ möglich, jenes Geſicht und jene Geſtalt anzuſehen, ohne davon gefeſſelt zu werden. Er ſtand ſogleich von ſeinem Stuhle auf, näherte ſich, umarmte und küßte ſie mit mehr Zärtlichkeit, als ich ihn je kund⸗ geben ſah, und ſagte:
„Willkommen, willkommen, mein liebes Kind. Wenn Louis ſich nicht als ein guter Gatte zeigt, will ich ihn aus meinem Teſtamente ausſtreichen— darum ſehen Sie zu, daß Sie ihn in Ordnung halten.“
Weſtover und ich wurden an demſelben Tage ver⸗ heirathet. Ich habe keinen Grund zu zweifeln, daß er glücklich war, und über mein eigenes Schickſal bin ich gewiß.
Durch ein Dekret des Caſſationshofes wurde im erſten Jahre der Regierung Ludwig des Achtzehnten das an Louis, Grafen de Lacy vollzogene Urtheil auf⸗ gehoben und für nichtig erklärt, das Andenken des er⸗ wähnten Grafen wieder hergeſtellt und ſeine Familie


