ſich in die zarten Farben der Jugend gehüllt. Die Bäche und Ströme, die viele Monate lang mit eiſigen Ketten gebunden geweſen, rauſchten jetzt in der Freude der wiedererlangten Freiheit wild und ungeſtüm dahin und wurden, vom Frühlingsregen angeſchwollen, an einigen Stellen zu reißenden Strömen; an einigen Stellen überflutheten ſie das flache Land und verbrei⸗ teten ſich über die Wieſen, gleich einer mächtigen feind⸗ lichen Armee.
Die Thiere des Waldes waren in ihren Dickich⸗ ten, die Vögel im Bruch oder auf den Baumgipfeln geſchäftig; die leichten Wolken ſchwebten über den ſanf⸗ ten blauen Himmel dahin und der Wind bewegte die leichten jungen Zweige wie zum Scherz hin und her. Alles war heiter und thätig auf der Erdez Alles ſprach von erneutem Leben, Thätigkeit und Hoffnung.
Der Phantaſie derjenigen, die ihn noch nie ge⸗ ſehen haben, ſtellt der mächtige Urwald den Begriff der Einförmigkeit dar; und gewiß, wenn er aus der Ferne geſehen wird, macht er jenen Eindruck auf den Geiſt. Düſter, dicht und ſcheinbar undurchdringlich über Höhe und Schlucht, über Ebenen und Gebirge dahinragend, machte er den Eindruck der Feierlichkeit, und wenn gleich der erſte Anblick erhaben iſt, ſo wird doch ſeine dauernde Gegenwart drückend. Aber man dringe in ſeine Tiefen und man wird eine unendliche Verſchie⸗ denheit finden, bald das dichte, verwickelte Dickicht,


