— 44—
ſten Gedanken niemals zu, denn ihr Vater hatte für Alles geſorgt ſo weit ſeine Mittel es geſtatteten.
Die Liebe— ſelbſt die irdiſche Liebe— hat eine rettende Macht an ſich, die manches Herz vom Verderben zurückhält, und wenn der Vater bei einem Anfalle von Traurigkeit und Düſter fühlte, daß es un⸗ recht ſei, ſich über etwas zu grämen, was des Him⸗ mels Wille ihm auferlegt, ſah er ein, daß das Un⸗ recht um ſo größer ſei, wenn er ſich des Segens er⸗ innerte, den ihm zwei ſolche Kinder ſelbſt bei dem ungünſtigſten Schickſal gewährten. Er legte alſo mit einem Seufzer ſeine Feder nieder; und an jenem Seufzer hatte der Selbſtvorwurf ſo gut wie der Kum⸗ mer ſeinen Antheil.
Kaum war die Dinte auf dem Papier trocken, als er die Fußtritte eines Pferdes draußen hörte, wel⸗ ches mit langſamen und gemeſſenen Schritten über ei⸗ nen Theil des ſchmalen Weges dahinging, wo der Felſen frei war. Es war ein Geräuſch, welches man in jenem kleinen einſamen Hauſe ſelten hörte, und der Herr deſſelben legte haſtig das Buch weg, worin er geſchrieben und fragte ſich:
„Was giebt es nun?“


