Teil eines Werkes 
3. Bd. (1853)
Entstehung
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ſten und dem königlichen Rathe an und wurden ſogleich in eine große Halle im untern Stocke geführt, wo Alles düſter und unheimlich war, wie es die Veran⸗ laſſung ihrer Zuſammenkunft erforderte. Die Decke war viel niedriger, als man es bei einem ſo großen Zimmer hätte erwarten ſollen; aber die Dekorationen waren koſtbar und zeigten die Roſe ein altes Emblem des Hauſes Anjou in Roth, Grün und Gold in der Ecke jeder Füllung, denn die Decke war, wie das ganze Zimmer, mit dunklem Eichenholz getäfelt. Die Wände waren reich verziert, aber bei dem Mangel an Licht war der größte Theil des zierlichen Schnitzwerks unſichtbar, und kaum konnte der Sekretair, der am Tiſche ſaß, die Buchſtaben auf dem Papier ſehen, worauf er ſchrieb.

Die meiſten Mitglieder des Raths waren ange⸗ kommen; der Herzog von Berri ſelber war zugegen, aber zwei ſehr wichtige Perſonen, nämlich der Herzog von Anjou Titularkönig von Sieilien und der Herzog von Burgund fehlten noch. Der Herzog von Berri gab dennoch Befehl, das Verhör zu begin⸗ nen, während er einen Lakai abſchickte, um den Herzog von Anjou herbei zu rufen, und bald darauf trat jener Fürſt in's Zimmer und fragte, als er ſich dem Tiſche näherte, ob der Oberrichter bereits angekom⸗ men ſei. 8

Nein, mein guter Vetter, verſetzte der Herzog