41 „. obgleich man in verſchiedenen Richtungen Fußtritte vernahm, als ob eine allgemeine Nachſuchung ange⸗ ſtellt würde, ſo vergingen doch mehrere Minuten, ehe man nur einen Pagen oder Portier finden konnte.
Endlich zeigte ſich ein Knabe von etwa zwölf Jahren, und Jacques Coeur befahl ihm in gebiete⸗ riſchem Tone, ſich an der Thür der kleinen Halle auf⸗ zuſtellen und weder ſelber hineinzugehen, noch irgend Jemand hineingehen zu laſſen, bis er Gelegenheit habe, dem Herzoge mitzutheilen, er habe die Papiere, woran er geſchrieben, auf dem Tiſche liegen laſſen.
„Es hat Seine Hohheit etwas ſehr aufgeregt,“ ſagte Jacques Coeur, als er mit ſeinem jungen Be⸗ gleiter durch die Straßen ging.„Er iſt gewöhnlich nicht ſo nachläſſig mit dem, was er ſchreibt.“
„Ich habe ihn immer den munteren Herzog von Orleans nennen hören,“ ſagte Jean Charoſt,„und ich war gewiß überraſcht, ihn ſo ernſt und gedanken⸗ voll zu finden.“ E
„Man kann auf verſchiedene Weiſe gedankenvoll ſein, mein junger Freund,“ verſetzte der Kaufmann, „und eine leichte und lächelnde Miene, eine ſcherzende Phantaſie und eine glückliche Wahl der Worte kann bei manchen Perſonen— wie es bei dem Herzoge der Fall iſt— einen tiefen Sinn und große Geiſtesſtärke verbergen. Er iſt in der That einer der denkendſten Männer in Frankreich; aber ſeine Phantaſie iſt ein


