Teil eines Werkes 
3. Bd. (1847)
Entstehung
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antwortete ſie.„Es ſollte eine Vaſſerleitung werden, glaube ich, um das Waſſer der Quelle in das Schloß hinunterzubringen; aber es iſt nie dazu angewendet wor⸗ den.— Laß uns weitergehen, Algernon, das bittere Scheiden iſt vorüber.“

Sanft und freundlich führte er ſie vorwärts und fühlte den Weg mit ſeinem Schwert in der Scheide wei⸗

ter, indem er den linken Arm um ſie ſchlang. Der Weg

war ſteil und an einigen Stellen rauh. Eine volle halbe Stunde gingen ſie langſam weiter, indem ſie von Zeit zu Zeit die Soldaten über ihren Köpfen marſchiren hörten, und der fortdauernde Kanonendonner ihnen zeigte, daß das Schloß noch nicht gefallen ſei. Zuwei⸗ len war die Luft drückend, aber häufig ſahen ſie auf der linken Seite, gerade ſo hoch wie ihre Köpfe, eine Stelle, wo das trübe Licht durchſchimmerte und die kühle Luft hereinblies. Endlich ſah man die graue Däm⸗ merung durch die Oeffnungen ſchimmern, welche ange⸗ bracht waren, um der Waſſerleitung friſche Luft zu gewähren. Eine Viertelſtunde ſpäter zeigte ſich vor ihnen eine Thüre. Sie war leicht aufgeſchloſſen— und Agnes und ihr Geliebter ſtanden am Abhange des Gebirges und Heidelberg war aus ihren Augen entſchwunden.

„Der friſche graue Morgen ruhte nüchtern auf den Hügeln. Die Kanonade hatte aufgehört. Kein Ge⸗ räuſch unterbrach die Stille der einſamen Scene. Der

grüne Neckar floß unten ſchimmernd weiter. Alles zeigte

den Ausdruck des Friedens und der Ruhe. Hier ſanken ſie einander in die Arme und dankten Gott für ihre Rettung.