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Sprache ſchien dahin bis auf dieſen einzigen Laut, und auch er wurde mit jedem Tage ſchwächer und ſchwächer, während die roſige Farbe von ihren Wangen verſchwand, die Hand dünn und bleich wurde und das wilde ruheloſe Licht ihrer Augen erloſch. Noch zehn Wochen weniger einen Tag ver⸗ ſtrichen, und auch Julia fand Ruhe und Frieden.
Das größte Glück für ſie war, daß die Vernunft nicht mehr zurückkehrte; ſie hätte ſonſt den Geliebten für einen Ver⸗ räther erklärt hören müſſen, obgleich er nie im Traume an Verrath dachte; hätte hören müſſen, wie ſein Leichnam von der Hand des Nachrichters entweiht wurde, wie die treuen Freunde und Diener, die ihr Schwert gezogen hatten, um ihn vor Meuchelmord zu retten, mit der Folter gepeinigt und einem entehrenden Tode überantwortet wurden, hätte hören müſſen, wie man ſeine Ländereien einzog, ſeine Familie ächtete, ja ſeinen bloſen Namen in den Mund zu nehmen verbot und mit feierlicher Verſpottung der göttlichen All⸗ wiſſenheit für ſeinen Untergang und die Errettung ſeiner Mörder ſogar Dankgebete anſtimmte.
Hiefür hätte es nur einen Troſt geben können, nämlich den, daß alle Menſchen ihn für unſchuldig hielten, daß die Beſten und Edelſten unter der Geiſtlichkeit ſeines Geburts⸗ landes ſogar auf die Androhung der Suspenſion und Ver⸗ bannung ſich weigerten, ſo wie man von ihnen verlangte, Gott zu verſpotten, und daß durch ganz Europa die Ge⸗ ſchichte ſeines angeblichen Verrathes mit Verachtung be⸗ handelt und die Nachricht ſeines Todes mit Kummer und Mitleid aufgenommen wurde. Doch Julia ſtarb, ohne


