39 auf das Pergament deutend.„Es mag wohl ganz gut ſeyn, nur will ich noch ein kleines Codicill machen.“
„Wenn Ihr blos unterzeichnen wolltet, ſo wart Ihr ein rechter Narr, mich herbeizu prengen,“ bemerkte der Ad⸗ vokat.„Ihr hättet es eben ſo gut ohne mich unterſchreiben können, und was das Codicill betrifft— da ſeyd Ihr noch ein größerer Narr wie ich glaube, denn hat man ſich ein⸗ mal darüber geeinigt, was man mit ſeinem Eigenthum an⸗ fangen will, ſo ſollte man nicht ewig daran ändern und mäkeln. Doch wir ſind einmal in dem Zeitalter der Aen⸗ derungen; es bleibt ja nichts, wie es urſprünglich feſtgeſetzt worden, und iſt etwas gut, ſo ruhen wir nicht, bis es anders geworden.“ 3
Es iſt auffallend, welchen Einfluß ein kräftiger Cha⸗ rakter über die große Mehrheit der Menſchen, beſonders über die Launiſchen ausübt. Kein Menſch auf Erden hätte es wagen dürfen, gegen Sir Walter Beoughton ſolche Re⸗ den auszuſtoßen, wie Mr. Mullins gethan hatte, ohne daß Erſterer die Glocke gezogen und ſeinen Dienern befohlen hätte, den Sprecher zur Thüre hinauszuwerfen: bei Mr. Mullins jedoch blieb der alte Baronet ruhig und geduldig wie ein Lamm, denn wenn er auch bei ihren Zuſammen⸗ künften die Bitterkeit ſeines Weſens zuweilen auf einige Minuten herausließ, ſo wußte ihn doch der überwiegende Geiſt des Advokaten in kurzer Zeit wieder niederzubeugen.
„Ihr ſeyd ä gerlich, Mullins, ich ſeh' es wohl,“ bemerkte der Baronet;„ich habe Euch gewiß vom Mittazs⸗ tiſche aufgeſcheucht, denn ich weiß, Ihr ſeyd ein großer


