Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1830)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

134

und Indien, und kehrte nur einmal zu Waſſer in ſein Vatertand zuruͤck. Er erwarb ſich durch die mit jeder Reiſe verbundenen Handels⸗Geſchaͤfte, beſonders in Sdelſteinen, ein ſo großes Vermoͤgen, daß er die Herr⸗ ſchaft Aubonne in der Schweiz kaufen, und ſich in den Freiherren⸗Stand erheben laſſen konnte. Mit dieſem Gluͤcke noch nicht zufrieden, ließ er ein Schiff mit Waaren fuͤllen, welche er um 222,000 Livres in Frankreich gekauft hatte, und ſendete einen Vetter zum vortheilhaften Verkauf derſelben nach dem Orient. Allein er wurde durch dieſen ſo betrogen, und ſein Vermoͤgens⸗Stand ſo erſchuͤttert, daß er 1687 ſeine Herrſchaft Aubonne wieder verkaufen mußte. Voll Sehnſucht, das verlorene Vermoͤgen wieder zu erwer⸗ ben, wagte er die Unternehmung einer ſiebenten Reiſe; allein er erreichte nur Moskau, wo er im Juli 1689 ſtarb.

Seine Reiſe⸗Berichte konnte er ſelbſt aus Mangel an wiſſenſchaftlichen Kenntniſſen nicht verfaſſen, ſon⸗ dern er mußte ſich durch den beruͤhmten Geographen Samuel Chappuzeau vertreten laſſen, welcher durch den Praͤſidenten Lamoignon und deſſen Sohn Baville nach dem Willen des Koͤnigs zu dieſer Arbeit faſt gezwungen wurde. Denn nach deſſen Ver⸗ ſicherung hatte Tavernier nichts mitgebracht, als einige Denkſchriften, welche er von einem Kapuziner, Namens P. Raphael zu Iſpahan empfangen hatte; alles uͤbrige theilte er dem Chappuzeau aus