234
and mit einem unausloͤſchlichen Zeichen die Haͤuſer hezeichnet, wo ſie hinein gehen ſoll. Diejenigen, die ſich dieſes Zeichen zu kennen ruͤhmen, kuͤndigen es den ungluͤcklichen Bewohnern an, die ſie, wiewohl vergeblich, zur Flucht ermahnen, die aber durch ihre Hartnaͤckigkeit das Schickſal dulden, das ihnen droht.
„O barmherziger Gott, ſchreien die neuern Grie⸗ chen in ihren Gebeten, entferne von uns dieſe abſcheu⸗ liche und grauſame Krankheit, die niemanden ſchont. Stehe uns bei, und ſpare die Pfeile deiner Rache ge⸗ gen deine Feinde auf. Habe Mitleid mit dieſen un⸗ ſchuldigen Opfern; denn unſere jungen Kinder wer⸗ den immer zuerſt getroffen. O Gott, ſteh uns bei!“
So lauten die oͤffentlichen Gebete, die man in Konſtantinopel thut, wenn die Peſt, gleich den ſo haͤufigen Feuersbruͤnſten in dieſer ſo großen Stadt ſo geſchwind um ſich greift; wenn man taͤglich mehr als tauſend Leichen durch das Thor von Adrianopel, das zu dem Gottesacker der Tuͤrken fuͤhrt, tragen ſieht. Kinder und junge Leute gehen in Proceſſion auf den Platz Oemeydam, wo ſie die Barmherzigkeit des Him⸗ mels anflehen.
Es iſt kein Zweifel, daß dieſes toͤdtliche Gift nicht aus der Faͤulniß der unreinen Oerter entſtehen ſollte,


