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Tage, ein weſentlicher Theil der morgenlaͤndiſchen Kleidung.
Die Griechen trugen den Guͤrtel, wie die uͤbrigen orientaliſchen Voͤlker; der Weiber ihrer, der ausge⸗ ſuchter und reicher war, macht einen ihres vorzuͤglich⸗ ſten Schmucks aus: ſie haben noch einen, der uns an denjeuigen erinnert, den vormals die jungen Maͤdchen bei ihrer Verheirathung zum Opfer brachten. Er war das Zeichen der Jungfrauſchaft, und wann die Feier⸗ lichkeit des Hymen vorbei war, hing man ihn im Tempel der Diana auf, von wannen ſie der neue
Ehemann, dem ſie gehoͤrte, weggefuͤhrt hatte.
Der geſtickte Guͤrtel der griechiſchen Weiber, die ihn oft mit einer Schnalle von Smaragden und Dia⸗ manten beſetzt, befeſtigen, gleichet dem der Venus ihtem, den Homer ſo glaͤnzend ſchildert, und der eben⸗ falls geſtickt und beſetzt war.
— Nichts iſt in Griechenland unter den jungen Maͤdchen aͤlter, als der Gebrauch, bei ihrer Verhei⸗ rathung ihren Guͤrtel jemand zu widmen.
Die Griechen bedienen ſich, ſowohl als die Tuͤr⸗ ken, ihres Guͤrtels, um ihre Boͤrſe anzubinden, oder das Gold hineinzuthun, das ſie in Empfang nehmen, oder bei ſich tragen wollen. Dieſer Gebrauch iſt ſo alt, daß man von einem Manne, der nichts mehr hatte, zunſagen pflegte, er habe ſeinen Guͤrtel ver⸗ loren.
Die ſchwarzen Augen werden bei den Griechen
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