12 und die Menge des Feder⸗Wildprets, nebſt der Eigen⸗
lliebe der Jaͤger, machte dieſe Jagd ſehr lebhaft. Nur
Huͤhnerhunde fehlten, das Wildpret zu jagen. Mei⸗ nen, durch Liebkoſung verdorbenen Hund mußte ich dem Khan abtreten. Als er aber bei der erſten Jagd ſeinen Falken los ließ, packte er den Falken ſo, daß beide gleich eingeſchreckt nach Hauſe zuruͤck kehrten.
Als ein Juden⸗Sklave ſeinen Herrn in ſeinem Weinberge ermordet hatte, wollten ihm die Muſel⸗ maͤnner dadurch der Strafe zu entziehen ſuchen, daß ſie ihn uͤberredeten, die Lehre Mahomeds anzuneh⸗ men. Als dieſes der Khan erfuhr, ſo ertheilte er den Juden die Erlaubniß, den Verbrecher, wie es im al⸗ ten Bunde erlaubt war, zu Dode zu ſteinigen.
Die Auslieferung des Verbrechers iſt bei den Tuͤrken durch den Koran eingefuͤhrt, welcher den naͤch⸗ ſten Verwandten des Ermordeten das Recht gibt, mit dem Blute des Moͤrders nach Willkuͤhr zu verfahren. In der Tuͤrkei iſt der Klaͤger nur bei der Hinrichtung zugegen. Bei den Tartaren, welche ſich mehr an den Buchſtaben halten, muß der Klaͤger die Hinrichtung vollziehen. In der Tuͤrkei hat man Beiſpiele, daß der Streich des Henkers noch zuruͤck gehalten wurde, weil die Frau des Ermordeten die ihr gebotne Summe Geldes annahm. Bei den Tartaren hat man hievon kein Beiſpiel. Die Frau des Ermordeten, die ſelbſt das Meſſer in die Bruſt des Moͤrders ſtoßen muß, gibt hier nur allein den Empfindungen der Rache Ge⸗


