Teil eines Werkes 
3. Th., 1. Bdchn (1829)
Entstehung
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gleich ſie ſehr luͤſtern nach dieſem ſind. Auch hatte ich Gelegenheit, die Gerichte der Tartaren kennen zu lernen. Der beſte Koch der Heerde ſchuͤttete in mei⸗ ner Gegenwart Mehl von geroͤſtetem Hirſe in einen Topf mit kochendem Waſſer, welches er beſtaͤndig her⸗ um ruͤhrte, und warf endlich ſehr ſtark getrocknete

Kaͤſe von Pferde⸗Milch hinein; das Ganze erhielt die

Geſtalt eines blaͤtterigen Fladens, welcher ſehr gut ſchmeckte.*

Waͤhrend das Abendeſſen zubereitet wurde, ſahen

wir einen großen Haufen von Tartaren gegen uns kommen, welcher in einer Entfernung von 400 Schrit⸗ ten ſtehen blieb, und uns einen alten Mann entge⸗

gen ſchickte mit der Bitte, uns beſuchen zu duͤrfen.

Ich antwortete ſelbſt, und gab ſogleich meine Ein⸗ willigung. Der Tartar aber bat den Mirza, ihm zu zeigen, wie weit ſie kommen duͤrften. Nach gezeigter Stelle gruͤßte ich denjenigen, welchen ich fuͤr den vor⸗ nehmſten hielt. Er nahm die Muͤtze ab, machte eine Verbeugung, und alle uͤbrigen ſtanden auf. Dieſes befremdete mich, weil die Tuͤrken nie den Kopf ent⸗ bloͤßen, außer wenn ſie allein, oder in Geſellſchaft guter Freunde ſind.

Am folgenden Tage reiſte ich nach dem zweiten Thale. Wir bemerkten einige kleine Huͤgel, wie man ſie in Flandern oder Brabant ſieht, von welchen man glaubt, daß ſie von Menſchen⸗Haͤnden, und be⸗

ſonders durch die Erde entſtanden waͤren, welche je⸗