Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1829)
Entstehung
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viele Muͤhe. Die Frauen haben eine ſchlechte Erzie⸗ hung, ihre Geſpraͤche verrathen viele Schamloſigkeit, und die Liebe zu ihren Maͤnnern iſt bei ihnen etwas ſeltenes. Dagegen wird von den Maͤdchen die Keuſch⸗ beit um ſo ſtrenger gefordert. Die Frauen ſind ſehr eiferſuͤchtig, und werden ſtrenge von Verſchnittenen bewacht. Kein Mann, mit Ausnahme ihres Gemah⸗ les, darf ſich dem Harem, dem Wohnorte der Frauen naͤhern. Bei ihren Beſuchen finden die Frauen ein großes Vergnuͤgen daran, ſich allemal anders anzu⸗ kleiden. In ihren Unterhaltungen, welche bisweilen den ganzen Tag dauern, ſind ſie ſehr frei. Wenn vornehme Frauen Beſuche geben, gehen vor ihnen viele Janitſcharen, Maͤdchen und Sklaven folgen ih⸗ nen in ſchoͤnen Kleidern nach. Wenn ſie Kaffee, Ser⸗ bet und Rauchwerk bekommen haben, rauchen ſie Ta⸗ bak. Bei oͤffentlichen Feſten iſt ihnen erlaubt, Tag

und Nacht aus dem Hauſe zu bleiben.

Den Mahometanern iſt nach dem Geſetze erlaubt, 4 rechtmaͤßige Frauen und ſo viele Kebsweiber zu neh⸗ men, als ſie ernaͤhren koͤnnen. Sklavinnen, wenn ſie ſchwanger werden, genießen gleichen Vorzug, wie die andern Frauen.

Nach Beſchreibung der Stadt Kairo will ich noch einige Meldung von dem Schloſſe thun. Das Schloß, die Reſidenz des Baſſa, hat eine halbe teut⸗ ſche Meile im Umfange. In demſelben ſtehen 4 Mo⸗ ſcheen mit Thuͤrmen. In einer derſelben, welche ſehr