chen aber ſind blos deswegen ungluͤcklich, daß ſie die tuͤrkiſche Religion annehmen muͤſſen. Ihre meiſten Verkaͤufer ſind Juden, welche große Sorge fuͤr ihre Erziehung tragen, um ſie deſto theurer verkaufen zu koͤnnen. Will man ſchoͤne Perſonen haben, ſo muß man zu den Juden ſelbſt gehen; denn auf dem Markte findet man die ſſchoͤnſten und gebildetſten nicht. Nichts iſt ſo angenehm, als ohne Aufhoͤren aus Ungarn, Grie⸗ chenland, Georgien ꝛc., eine ungeheuere Menge Maͤd⸗ chen ankommen zu ſehen, welche den Tuͤrken zum Kauf angeboten werden. Eine Hirten⸗Tochtern kann Sulta⸗ nin werden; manche aber konmen auch in das Serail, die der Sultan gar nicht in Betrachtung zieht. Nach ſeinem Tode muͤſſen ſie den Reſt ihrer Tage in dem alten Serail zubringen, und daſelbſt den Tod des Prinzen, oder ihrer Kinder beweinen, welche der neue Sultan bisweilen erdroſſeln laͤßt. Im Serail aber, wo der Kaiſer wohnt, zu weinen, waͤre eines der groͤß⸗ ten Verbrechen. Doͤrt muß ſich iedermann Muͤhe ge⸗ ben, froͤhlich zu ſeynn
Ich hatte Gelegenheit einer Audienz beizuwohnem, welche unſer Abgeſandter bei dem Großvezier hatte. Derſelbe wohnte damals unter ſeinen Zelten, vor der Stadt. Dieſe ſind Haͤuſer, die man von einem Onte zum andern ſchaffen kann. Sie ſind von einer ganz unbeſchreiblichen Schoͤnheit, Groͤße, Reichthum und Pracht. Der Vezier ſaß auf einem Sopha, der Geſandte nahm auf einem niedrigen Sitze Platz. Seine


