640
nach Habeſch zu eroͤffnen. Von Murat Bey mit Schreiben an alle Befehlshaber in Ober⸗Aegypten, und mit einem Diener aus Syrien, welcher ſieben Mund⸗ arten mit vieler Leichtigkeit, aber nicht nach Grund⸗ ſaͤtzen ſprach, beſchloß ich durch Ober⸗Aegypten zu reiſen. Bemerkenswerth ſchien mir die Leichtigkeit, mit welcher die Morgenlaͤnder verſchiedene, ſelbſt eu⸗ ropaͤiſche Sprachen lernen.
Der Tag unſerer Abreiſe war beſtimmt. Zu Bulak angekommen, konnten wir wegen des heftigen Suͤdwin⸗ des nicht den Nil aufwaͤrts fahren. Ich legte hier meine druſiſche Seſte ab, und ſetzte einen rothen Turban auf, daher man mich nach meiner uͤbrigen Kleidung fuͤr einen Tuͤrken hielt. Ich ging den gan⸗ zen Tag mit der Pfeife in der Hand an den geraͤuſch⸗ vollen Nil⸗Ufern ſpatzieren. Abends begab ich mich in die ſehr ſchoͤnen Baͤder.
Bulak gegenuͤber auf der Weſtſeite liegt das kleine, durch ſeine vortreffliche Butter beruͤhmte Dorf Embabe. Es iſt der einzige Ort Aegyptens, wo man gute, friſche Butter haben kann. Die frucht⸗ baren Ebenen von Embabe bringen beſonders eine Art Wolfsbohnen hervor, welche in Aegypten haͤufig verbraucht werden, und von dem Dorfe Embabe, auch Embaben genannt werden.
Mit guͤnſtigem Winde reiſten wir den 21. Maͤrt 1778 um 8 Uhr von Bulak ab. Wir hielten zu Alt⸗Kairo, dem Masr el Atik der Araber,


