86 7 auf. Zu Ofen beſah der Geſandte die ehemals ſo beruͤhmte Bibliothek des Corvinus; jetzt enthaͤlt ſie kaum noch 400 unbedeutende Handſchriften, welche von den Maͤuſen zernagt und zerbiſſen werden.
Den 13. Maͤrz verließ die Geſandtſchaft Ofen, und reiſte uͤber Veruwar nach Gran. Dieſes er⸗ bolte ſich nicht mehr nach dem Brande, welchen es von Soliman bei ſeiner Eroberung erlitt. Die Stadt, vormals der Sitz eines Erzbiſchofes, iſt in ein Dorf verwandelt. Die Kirche des h. Adalbert iſt jetzt eine tuͤrkiſche Moſchee. Nicht weit von der Stadt liegen an einem unwegſamen Orte Tauſende von Chri⸗ ſten⸗Haͤuptern, welche nach der Niederlage bei Bar⸗ kan grauſam von den Tuͤrken gemordet wurden. Nach dreitaͤgigem Aufenthalte zu Gran gelangten die Rei⸗ ſenden zu Nem eth, und den 20. Maͤrz zu Komorn an, wo der Geſandte mehrere unangenehme Auftritte mit dem geitzigen tuͤrkiſchen Abgeordneten hatte. Von Komorn ging die Reiſe uͤber Jaurinum, Ova⸗ rin und Pruck an der Layta in das bei Wien gelegene Dorf Swechet, und endlich nach Wien.


