Teil eines Werkes 
1. Th., 3. Bdchn (1828)
Entstehung
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X. Von Laodicea an dem Lycus.

In der Richtung von Naslee an dem Maͤan⸗ der hin gegen Oſt ſtieß ich auf mehre heiße Quellen, welche ehemals von zahlreichen Reiſenden beſucht wur⸗ den. Jenſeits des Fluſſes trennen ſich die Berge und oͤffnet ſich eine Ebene von 4 Stunden in der Laͤnge und Breite, anf welcher der Lyeus in den Maͤander faͤlt. Gegen Suͤd⸗Oſt dieſer Ebene liegt auf einem ſandigen Huͤgel die Stadt Denitzley, deren aͤlterer Theil vor etwa 25 Jahren durch ein Erdbeben zerſtoͤrt wurde, wobei 12,000 Perſonen das Leben einbuͤßten. Nach dieſem Ereigniſſe lebten die uͤbrigen Bewohner in ihren Gaͤrten und Landhaͤuſern, und in der Stadt waren vorerſt nur einige Kramlaͤden aus ungebrannten Ziegelſteinen und Brettern aufgefuͤhrt worden. Die wenigen Griechen und 40 Armenier wohnen jetzt in Herbergen beiſammen. Die Umgebung der Stadt iſt mit vielen Weinreben bepflanzt; aus den Trauben werden Roſinen und eine Att Sirup bereitet, welcher dem Theriak gleicht, Beckmeß heißt, und ſtatt des Zuckers verwendet wird. Zwiſchen Laodicea und Karura war ein Tempel des Monats Karus, und eine beruͤhmte Schule zur Erlernung der Arzneikunſt. Suͤd⸗ und oſtwaͤrts Denisley liegen mit Schnee bedeckte, ſehr hohe Berge, an welche ſich niedri⸗ gere anreihen. Eine Stunde weit liegt zwiſchen dieſen niedrigen Haͤgeln, gerade gegen Mittag von