Teil eines Werkes 
1. Th., 3. Bdchn (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

262

Nachlaͤſſigkeit wahrnahmen, drangen wuͤthend in die Stadt. Durch ein fuͤrchterliches Gemetzel gaben ſi nun ein Beiſpiel ihrer bekannten Grauſamkeit. Der erlauchte Andreas Salconi, der in biſchoͤflichem Ornate die Venetianer zum Widerſtand anfeuerte, en⸗ digte bei dieſer Gelegenheit ſein ruhmvolles Leben. IX. Koron, ebenfalls in der Landſchaft Bel⸗ vedere, liegt nicht fern von dem Berge Sema⸗ thio, und rechts des Fluſſes Pamiſo oder Spira⸗ nazza, auf der linken Seite des Kapo Gallo, in einer vortheilhaften Lage, am Ufer des Golfe di Koron, 10 Meilen von Modon zu Land, und un⸗ gefaͤhr 20 zu Waſſer. Es hat eine faſt dreiwinkliche Geſtalt, und iſt auf beiden Seiten mit 2 kleinen Buch⸗ ten des Meerbuſens umgeben. Seine Mauern ſind alt, aber doch feſt und mit großen Thuͤrmen verſehen, unter denen der herrlichſte und ſtaͤrkſte, von den Ven netianern im Jahre 1463 erbaut, hoch empor ragt. Die Stadt breitet ſich am Ufer des Meeres aus, hat aber einen breiten unbebauten Rand auf der Meeres⸗ ſeite. Noͤrdlich ſchließt ſich an die Stadt eine Vor⸗ ſtadt von 500 Haͤuſern, um die zahlreichen Handel trei bende Bewohner, welche in der Stadt nicht Naun finden, aufzunehmen. Die Stadt war ſchon in den fruͤheren Zeiten des Chriſtenthums der Sitz eines VWr ſchofs, der unter dem Erzbiſchofe von Patras ſtand. Seit mehreren Jahrhunderten im rechtmaͤßigen Beſit der venetianiſchen Republik, mußte ſie unter dem ſien