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Unter den Fluͤſſen verdient beſonders bemerkt zu werden der Eurotas, jetzt Vaſiliskotamos (Kaiſerfluß) genannt, welcher Miſitra in der Mitte durchfließt.
Dieſer Fluß verdient im Sommer kaum den Na⸗ men, indem er in dieſer Jahreszeit faſt ganz verſiegt; im Winter hingegen ſchwellt er außerordentlich an und uͤberſchwemmt die Ungegend..
Kein Land in Europa iſt von der Natur ſo reich⸗ lich ausgeſtattet worden, als dieſe geſegnete Halb⸗ Inſel. In ihren Ebenen iſt die Fruchtbarkeit mit der Anmuth der Temperatnr der Luft gepaart, ſelbſt die ſteilſten Berge prangen mit Pflanzen und herrlichen Fruͤchten. Ihre kriegeriſchen Bewohner ſind voll Herz⸗ haftigkeit und Geiſt; ihre Staͤdte beruͤhmt aus den aͤlteſten Zeiten. Mit Recht wird ſie auch das Haupt und die Vormauer Griechenlands genannt. Die Waffen und die Wiſſenſchaften waren immer die beiden ruhm⸗ vollen Eaͤulen, welche das Unuͤbertreffliche ihrer Be⸗ ruͤhmtheit beurkundeten. Hier hatte die Schule Athe us ihren erhabenen Tempel, auf deſſen Frontispiez die Ewigkeit ſchon die Worte mater sermonum eingrub. In blutigen und langwierigen Kriegen gaben hier die griechiſchen Kaͤmpfer ihren Heldengeiſt auf; Volk und Land blieben immer dieſelben, nicht aber die Regenten. Nach manchfaltigen Erſchuͤtterungen, kam dieſes ſchoͤne Land in die Herrſchaft eines Einzigen, und wurde ein großes Reich. Es bluͤhte herrlich unter der Herrſchaft


