20 alles melden mußten, was wir etwa verlangen wollten.
Am 19. Auguſt gab die ezaariſche Maje ſtaͤt Au⸗ dienz. Es wurden wieder des Großfuͤrſten weiße Pferde zum Aufreiten gebracht, und der Zug ordnete ſich ungefaͤhr wieder, wie vorher. Kun wurden die Ge⸗ ſchenke fuͤr den Czaar, offen ausgebreitet, vor den Ge⸗ ſandten getragrn, als da waren: mehrere auserleſene Pferde, ein Kreuz von Chriſoliten mit Gold gefaßt⸗ eine chemiſche Apotheke, ein großer Spiegel, ein ſil⸗ bernes Perſpektiv, eine große Uhr u. ſ. w. Den Ge⸗ ſchenken folgten zwei Kammerjunker, welche in aus⸗ geſtreckten Haͤnden die Credenz⸗Schreiben trugen.
Von unſerer Wohnung bis zum Schloſſe mochte ungefaͤhr eine halbe Meile ſeyn; zu beiden Seiten waren Strelitzen und Soldaten in Parade aufgeſtellt, und hinter ihnen waren Straſſen, Haͤuſer und Daͤ⸗ cher voll von neugierigen Zuſchauern.
Auf dem obern Platze des Schloſſes ſtieg alles von den Pferden, worauf man uns in einen gewoͤlb⸗ ten Gang, und dann in eine ſehr ſchoͤne Kirche fuͤhrte. Durchs dieſelbe gelangten wir erſt in den Audienz⸗ Saal. Vor demſelben ſahen wir alte, anſehnliche Maͤnnen, mit langen, grauen Baͤrten, goldgeſtickten Kleidern und hohen Zobel⸗Muͤtzen. Dieſe waren 5. Majeſtaͤt Goſen, oder vornehmſte Kaufleute. Ihre Kleider waren aus der Schatzkammer senommen,


