Teil eines Werkes 
1. Th., 1. Bdchn (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

116

ein halb Dutzend Ellen breit, und von ſehr feſter Steinart waren. Als wir von unſern Pferden abge⸗ ſtiegen, und an das Thor gekommen waren, bemerkte der Hanshofmeiſter dem Sir Anton, es ſey Sitte, daß diejenigen, welche zum Thore eingingen, vorzuͤg⸗ lich Fremdlinge, die erſte Stufe kuͤſſen muͤßten, daß er aber das Vorrecht haben ſollte, zu thun, was ihm beliele. Sir Anton Sherley erwiederte: dieſes will ich thun zur Ehre des Sophi, deines Koͤnigs, ſo machte er einen tiefen Buͤckling, ebenſo ſein Bru⸗ der RNobert Sherley und kuͤßten, wie wir alle, die Stufe, woruͤber ſich der Haushofmeiſter und ſeine Begleitung hoͤchlich freuten. So kamen wir denn in den Palaſt, worin jedes Zimmer mit koſtharen gold⸗ men Tapeten behuͤngt, und deren Fuſboͤden mit koͤſt⸗ lichen gewirkten Fußteppichen belegt waren; beſchrei⸗ ben kann ich aber nicht, wie vielerlei Gerichte wir hatten. Alle dieſe waren mit Reis zubereitet, und von allen Arten der Farben. Wir hatten ebenfalls die koͤnigliche Muſik zur Bedienung, ſowohl hier als zu Hauſe, und wohin wir ſolche beſtellen wollten. Auch fanden ſich ſehr ſchoͤne und praͤchtig geſchmuͤckte Maͤd⸗ chen bei der Mahlzeit ein, die nach der Sitte ihres Landes, waͤhrend wir ſchmaußten, tanzten und ſangen.

So brachten wir einen ganzen Tag hin, und bei unſerer Nuͤckkehr nach Hauſe wurden wir unter dem Klange von Trommeln und Trompeten auf eine wahr⸗ haft koͤnigliche Weiſe von den vornehmſten Buͤrgern

7