209
erwuͤnſchter ſeyn, wir mietheten ſie daher und kamen nachdem wir 2 Meilen zuruͤckgelegt hatten, in eine ſchoͤne 7— s ital. Meilen lange, mit Korn und Oliven
bewachſene Ebene, an deren Ende Salona lag, wo wir Nachmittags um 2 Uhr anlangten.
4) Die Stadt Salona, welche einige fuͤr Del⸗ phis halten,(welches aber die alte Stadt Amphiſſa iſt, wie uns eine Stein⸗Inſchrift lehrte), iſt zur Haͤlfte von Tuͤrken, und zur Haͤlfte von Griechen bewohnt. Beide haben hier Moſcheen und Kirchen, und letztere einen Biſchof. Gegen Oſt von ihr fließt ein Bach, durch welchen man die Oliven⸗Baͤume befeuchtet, in⸗ dem man um ſie eine Grube oͤffnet und das Waſſer in dieſe leitet; auch gibt es zu Salona etliche Quellen.
Da dieſes nicht Delphis war, ſo erkundigten wir uns, ob man in der Naͤhe keine Alterthuͤmer wahr⸗ naͤhme. Unſer Wirth berichtete uns, daß man eine Menge derſelben in dem Dorfe Ca ſtri antreffe. Wir ritten in Begleitung von Janitſcharen dahin, und wa⸗ ren kaum angekommen, als uns kein Zweifel mehr uͤbrig blieb, daß allda die beruͤhmte Stadt Delphis geſtauden habe. Der Weg dahin iſt 4—5 Stunden lang, und zieht ſich immer neben dem Berge Parnaſ⸗ ſus hin. 5
5) Del p his iſt die Stadt, zu deſſen Orackel man
aus allen Theilen der Welt reiſte. Es liegt auf der Ebene eines Berges, iſt aber nun ſo verwuͤſtet, daß es uns Muͤhe machte, nur zu errathen, wo der Tem⸗
17es B. Griechenland. I. 2. 7


