Befreiung der Gefangenen an den Suktan und ver⸗ ſprach den Paſchen große Geſchenke; dieſelbe wurde auch gewäͤhrt, am Tage vor Laurentius wurden alle Gefangenen aus dem Kerker entlaſſen, und in meine Wohnung gefüͤhrt. Vor ihrer Loslaſſung wurde der Mufti, der oberſte Prieſter der Tuͤrken, um Rath gefragt. Dieſer gab zur Antwort: es herrſchen ver⸗ ſchiedene Meinungen, einige billigen die Auswechs⸗ lung, andere nicht; waͤhlet alſo.
Waͤhrend der Gefangenſchaft Bajazeths bei Sagthamas kam ein perſiſcher Geſandter mit vielen Geſchenken nach Konſtantinopel. Dieſe beſtanden in künſtlich gewirkten aſſyriſchen und perſiſchen Teppichen, in einem Alcoran, und in ſeltenen Thieren. Der Vorwand ſeiner Ankunft war die Aus⸗ ſöhnung Bajazeths. Er wurde herrlich bewirthet; mir ſchickte Hally s Schuͤſſeln mit Backwerk. Wie es ehemals bei den Roͤmern Sitte war, und jetzt noch bei den Spaniern, ſeinen Freunden etwas vom Tiſche zu ſchicken, ſo herrſcht bei den Tuͤrken der Brauch, bei Tiſche die Taſchen vollzuſtecken, und ganze Sacktücher voll Speiſen ihren Frauen und Kindern lach Hauſe zu tragen. Soliman unterhandelte mit dem Geſandten in Guͤte, erinnerte ihn an das Buͤnd⸗ niß, und drohte, wenn die Auslieferung ſeines Soh⸗ nes nicht folgen ſollte, mit Krieg. Er ließ auch die an Perſien graͤnzenden Orte ſtark beſetzen, ſuchte die


