413 Hieroglyphen verſehen, und mit Saͤulen geſchmuͤckt; aber kein einziges Saͤulenkapital iſt dem anderen gleich. Den Dempel verwendeten die Araber zum Viehſtalle. Norden zeichnete dieſen Tempel ab. um nicht von den Arabern geſtoͤrt zu werden, hatte er einige ſeiner Leute an der Thuͤre ſtehen laſſen. Doch ſtoͤrten ihn die Araber, und wollten ſogar ſeine Zeichnungen aus⸗ geliefert haben, und als er zur Barke ſich fluͤchtete, verfolgten ſie ihn und ſeine Begleiter, und warfen mit Erdkloͤſen und Steinen nach ihnen. An der Barke angekommen, ließen ſich unſere Reiſenden ihre Flin⸗ ten geben, deren Anblick die Araber gleich vertrieb. Die Eiferſucht der Bewohner, welche ſie uͤber ihre Altertbuͤmer außern, ſobald ſie ſehen, daß ein Frem⸗ der kommt, ſie zu unterſuchen, iſt gewiß auffallend und ſeltſam; um ſo mehr, da ſie dieſelben nicht ach⸗ ten, oft nur entweihen. Allein die Urſache ihrer Ei⸗ ferſucht mag aus dem Aberglauben entſprungen ſeyn, als wenn alle Fremde Zauberer und ihre Abzeichnun⸗ gen oder Abriſſe lauter Talismane ſeien.
Am 11ten ſah Norden unter anderen Ortſchaf⸗ ten die Stadt Edfu, am weſtlichen Nil⸗Ufer. Vor Zeiten hieß ſie Apollinopolis. In der Stadt fand er eine Zitadelle der Tuͤrken, die aus einem Denkmale des Alterthums gemacht worden war; auch die Trümmer des alten Dempels des Apollo. Weiter fortgeſegelt paſſirte man an dem Kettenberg, Tſchabel
ſſelſele vorbei. Nach allgemeiner Sage iſt hier die


