Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1828)
Entstehung
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Sie wollten alſo dieſe Ceremonie von einer Teraſſe der Herberge, wo Norden mit ihnen gemeinſchaft⸗ lich wohnte, anſehen. Dieſe aber war gerade uͤber ei⸗ nigen Zimmern eines Palaſtes vom Omer⸗Bey, der zwar nicht fuͤr gewoͤhnlich bewohnt war, in den ſich aber fuͤr heute eine Gemahlin des Bey begeben hatte, um auch den Zug mit anzuſehen..

Nach Landesſitte duͤrfen ſich die Tuͤrkinnen von keinem Fremden ſehen laſſen. Die Frau des Omer⸗ Bey hielt ſich fuͤr beleidiget, da ſie ſich dem Anblicke dieſer Fremden ausgeſetzt ſah. Sie befahl daher ihren Verſchnittenen, mit Steinen nach jenen Chriſtenhun⸗ den zu werfen. Die Bedienten durch den Tumult auf der Straße in der Aufmerkſamkeit gefeſſelt, glaub⸗ ten, jene Tuͤrken trieben mit ihnen etwa Muthwillen, und achteten gar nicht darauf. Die Gemahlin Omer⸗ Bey, ſich uͤber dieſe vermeintliche Hartnaͤckigkeit der Bedienten, noch mehr erboſend, ließ ſogar einige Pi⸗ ſtolenſchuͤſſe auf ſie thun, um ſie zu noͤthigen, den BPlatz zu verlaſſen; allein auch dieſe Warnung wurde nicht verſtanden. Neugierde hatte die Burſche zu ſehr gefeſſelt.

Kaum war der Umzug beendigt, als ſie ſogleich s Janitſcharen in die Herberge ſendete, um dieſe un⸗ beſcheidenen Zuſchauer gefaͤnglich einzuziehen. Nor⸗ den wußte nichts von dem ganzen Vorfalle; er war krank und im Bette. Er ſah inzwiſchen, daß 4 dieſer abgeordneten Janitſcharen durch ſeine Kammer in eine