93 8 V. Von den Blachernen; dem Blachernäiſchen
Saale, Palaſte und der Blachernäiſchen Waſſerleitung u. a.
Die Blachernaͤ waren ein Tempel der h. Jung⸗ frau Maria vor den Mauern der Stadt, alſo außer⸗ halb derſelben. Bei dem Eintritte in denſelben wurde man von Bewunderung hingeriſſen(denn groß und herrlich war er zu beſchauen). Pulcheria, die Gattin Marcian's ſoll dieſe Kirche erbaut, und der h. Maria geweiht, Juſtiuian ſie wieder hergeſtellt haben.
Von dem oberſten Gipfel des ſechſten Huͤgels, der uͤber die Kirche Blachernaͤ hervorragt, ſtroͤmte eine Waſſer⸗Leitung herab in zwei Roͤhren, von denen eine geſchloſſen werden kann, die andere fuͤr immer fließt. Der Kaiſer Andronteus leitete ſie aus dem Fluſſe Hydrales in dieſes Quartier, wo zuvor kein fließendes Waſſer war.
Der Kaiſer Anaſtas baute bei den Blacher⸗ nen einen großen Saal, der Anaſtaſianiſche ge⸗ nannt, und der Kaiſer Tiberius die oͤffentlichen Baͤder der Blachernaͤ. Auch ſoll auf dem Platze Blacherna ein kaiſerlicher Palaſt geweſen ſeyn. Ueber den Namen Blacher na kann man nichts mit Be⸗ ſtimmtheit angeben; nur ſo viel ſcheint gewiß zu ſeyn, daß er barbariſchen Urſprunges iſt.


