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dieſer neuen Staatsverhaͤltniſſe geworden war, ergriff dieſe guͤnſtige Gelegenheit zu deſſen Herabwuͤrdigung. Er machte Alfonſo von Ojeda, welcher vor Kur⸗ zem zuruͤck gekommen war, zu ſeinem Vertrauten. Als dieſer ſchlaue und kuͤhne Krieger den graͤnzenlo⸗ ſen Haß des Biſchofs gegen Kolomb wahrnahm, verfiel er auf den Gedanken, gleichen Ruhm durch neue Entdeckungen zu erwerben. Sobald ihm die Karten und Berichte des Admirals mitgetheilt waren, ſo bat er um Erlaubniß, Schiffe auszuruͤſten, und eine Unternehmung fortzuſetzen, wozu nur Muth und Standhaftigkeit erforderlich war. Der Biſchof er⸗ theilte ihm die Erlaubniß, und unterzeichnete ſie auch; aber die Majeſtaͤten erfuhren entweder gar nichts davon, oder unterzeichneten ſie wenigſtens nicht. Der Inhalt der Bevollmaͤchtigung war offen⸗ bar gegen die dem Admirale fruͤher geſchehenen Be⸗ willigungen: denn er ſollte jedes ihm vorkommende feſte Land entdecken, und ſich blos der portugieſiſchen, und der fuͤr Spanien vor 149s in Beſitz genommenen Laͤnder enthalten..
Dieſe Erlaubniß des indiſchen Miniſters war zu verfuͤhreriſch, als daß nicht viele Spanier und Aus⸗ laͤnder, theils aus Ruhm⸗ theils aus Geldgierde ſich ſogleich bereit ſinden ſolten, Ojeda's Begleiter auf abenteuerliche Reiſen zu werden. Bald hatte dieſer ſo viel Geld als Anſehen erhalten, daß er vier Schiffe ausruͤſten konnte. Er waͤhlte Johann de la' Coſa


