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Perſonen, welche ihm abgeneigt ſeien, und das wahre Intereſſe des Staatsdienſtes verkennen. Nachdem alle Punkte ſchon genehmigt waren, begab ſich Rol⸗ dan zu ſeinen Anhaͤngern, welche ein ihnen erwuͤnſch⸗ tes koͤnigl. Dekret voll Unverſchaͤmtheiten mit dem Zuſatze entwarfen, daß ſie ſich, wenn der Admiral et⸗ was unerfuͤllt ließe, verſammeln duͤrften, um ihn mit bewaffneter Hand dazu zu noͤthigen.
So bitter ihn ale dieſe Antraͤge ſchmerzten, ſo unterdruͤckte er doch ſeinen gerechten Unwillen, und genehmigee dieſelben. Denn er erwog die Gefahr des Aufruhrs der dazu bereiten Indier und den Neid ſeiner treueſten Anhaͤnger um den Reichthum der Empoͤrer. Schon hatten manche den Entſchluß ge⸗ faßt, in die Landſchaft Higuey am Vorgebirge Ra⸗ phael'’s ſich zu begeben, wo fie hofften, viel Gold zu finden, und ihre eigenen Herren zu ſeyn. Zu gleicher Zeit hatte der Admiral Briefe von dem Biſchofe von. Fonſeca zu Badajoz erhalten, welcher ihm ſogar den Vorwurf machte, daß er die Geſchicklichkeit nicht beſitze, die Ruhe in ſeinem Amtsbezirke zu erhalten. Nach wechſelſeitiger Unterzeichnung der Vergleichsur⸗ kunden zog Roldan wie ſiegestrunken in die Haupt⸗ ſtadt, trat wieder in ſein Oberrichteramt, machte mehre andere graͤnzenloſe Forderungen, und fuͤhrte auch ei⸗ nen Theil derſelben ohne Jemands Widerſpruch aus.
Bei der Abfahrt der beiden Schiffe nach Spanien hatte Kolomb grohe Luſt, ſich ſelbſt einiuſchiffen,


