Teil eines Werkes 
1. Th., 2. Bdchn (1828)
Entstehung
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er nicht dahin Nachricht von dem gluͤcklichen Fort⸗ gange des Unternehmens ertheilen ſollte. Zwar hatte er nicht die Bedenklichkeit, als ſei ſein Beſitz in der neuen Welt ohne paͤpſtliche Erlaubniß nicht rechtmaͤ⸗ ßig. Auch waren die zu Rath gezogenen Gelehrten einhaͤllig der Meinung, die Formalitaͤt ſei unnoͤthig.

Man war daruͤber um ſo weniger bedenklich, als P. Alexander VI. aus dem Hauſe Borgia ein Unterthan der arragoniſchen Krone war. Doch des Wohlſtandes wegen ließ K. Ferdinand durch ſei⸗ nen Geſandten zu Rom den Papſt verſichern, die von ihm befohlene Unternehmung Kolomb's ſei den Rechten Portugal's nicht im geringſten nachtheilig⸗ und derſelbe habe der Weiſung, ſich auf 100 Meilen von deſſen neuen Laͤndern entfernt zu halten, genau entſprochen. Bloß zum Beſten der chriſtlichen Reli⸗ gion erbitte er ſich eine Bulle, nach welcher er dieſe eben ſo weit als ſein Reich verbreiten duͤrfe. Der Papſt ließ am 2. und 3. Mai zwei Bullen uͤber Spa⸗ nien mit den naͤmlichen Beſchraͤnkungen ausfertigen, welche die vorigen Paͤpſte der Krone Portugals er⸗ theilt hatten. Um zugleich moͤgliche Streitigkeiten zwiſchen beiden Kronen zu beſeitigen, beſtimmte er die Graͤnze fuͤr die ſchon entdeckten und noch zu entdecken⸗ den Laͤnder, welche kein anderer chriſtlicher Fuͤrſt vor dem 25. Dezember 1492 in Beſitz genommen hatte. Dieſe Linie erſtreckte ſich von einem Pole zum an⸗ dern, und theilte den Raum zwiſchen den azoriſchen