Teil eines Werkes 
1. Th., 2. Bdchn (1828)
Entstehung
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Am vierten Jaͤnner 1493 wurden die Auker ge⸗ lichtet; zur naͤhern Kenntniß der ganzen Inſel wurde

zuerſt nach Oſt geſegelt. Als der Admiral das erſte

Vorgebirge Punta Santa(Kap Francois) vorbei geſegelt war, erblickte er einen kahlen Berg, welchen er Monte Chriſto, und neben welchem er den gro⸗ ßen Fluß Rio d'Oro nannte, weil in deſſen Sande einige Goldfunken gefunden wurden. Bei deren er⸗ ſtem Anblicke wurde er noch in der Meinung beſtaͤrkt, die Inſel Hiſpaniola ſei das wahre Cipango des Mareo Paolo, ohne zu vermuthen, daß er den Goldbergwerken von Cibao ſo nahe ſei. Am 6. Jaͤn⸗ ner erblickte er bei der Ausfahrt aus dem Gold⸗Fluſſe die Pinta unter gleichem Winde, deren Anfuͤhrer⸗ Pinzon, ſich durch ſchlimmes Wetter entſchuldigte, als Kolomb ſie er eicht hatte; er verzieh ihm trotz der großen Anmaſſung und offenbaren Unwahrheit, er habe einen Hafen nach dem andern zur Vertauſchung ſeiner Waaren gegen Gold beſucht, wovon er eine Haͤlſte behalten, und eine unter die Mannſchaft ver⸗ theilt habe. Beide Schiffe vereint, erreichten bald das Vorgebirge Punta Rora, 30 Meilen hinter MNonte Chriſto, und fuhren in einen Hafen, worin Piu⸗ zon Tauſchgeſchaͤfte gemacht, und vier Indier weg⸗ genommen hatte, welche auf ſeinen Befehl wieder an das Land geſezt werden mußten. Wahrſcheinlich wurde dieſer Hafen deßwegen Puerto di Gratia genannt, obgleich manche Geſchichtſchreiber die Be⸗